Augsburger Künstler*innen-Empfang

Foto: Thorsten Frank

Der Empfang wird seit 1997, dem 20jährigen Jubiläum des Kulturhauses Kresslesmühle, veranstaltet. Die Veranstaltung wurde zunächst von der Bürgeraktion Lechviertel und später von der Kulturhaus Kresslesmühle gGmbH in Kooperation mit der Stadt Augsburg getragen. Mittlerweile zeichnet das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt der Stadt für den Empfang verantwortlich. Der KünstlerInnen-Empfang findet seit rund zehn Jahren im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses statt.

Traditionell präsentieren sich am Aschermittwoch Kulturschaffende aus aller Welt, deren künstlerischer Werdegang mit Augsburg verbunden ist und die das kulturelle Leben unserer Stadt wesentlich mitgestalten. Er verdeutlicht anschaulich das Wirken von Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Herkunft in der Friedensstadt und dokumentiert damit die interkulturelle Wirklichkeit und Diversität unserer Stadt.

Die Ursprungidee des KünstlerInnen-Empfangs entstammt dem Band „Die Reise hält an – Ausländische Künstler in der Bundesrepublik“ (Carmine Chiellino / Beck´sche Reihe 1988). Chiellinos Aussage, „Schriftsteller und Verleger, Maler und Bildhauer, Theatergruppen und Pantomimen, Musiker und Komponisten, Publizisten und Kulturvermittler aus den verschiedenen Herkunftsländern tragen durch ihr Schaffen dazu bei, dass sich die Bundesrepublik zu einer offenen Kulturgesellschaft entwickeln könnte“ ist heute gelebte Realität.

Verstärkt nehmen beim KünstlerInnen-Empfang Gruppen teil, deren Mitglieder auf sehr unterschiedlichem Weg nach Augsburg gekommen sind und sich in musikalischer oder anderer künstlerischer Form gemeinsam vor einem Publikum von rund 400 interessierten Augsburgerinnen und Augsburgern ausdrücken.

Meine Begrüßungsrede:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit klassischer Musik des Theaters Augsburg haben wir den Auftakt des diesjährigen KünstlerInnen-Empfanges erlebt.

Dafür vielen Dank an Jihyun Lee, Stanislav Sergeev und Ivan Demidov! Sowohl Lehars Giuditta, wie auch Borodins Fürst Igor handeln von der Liebe und ihrer verbindenden Kraft. Ein guter Beginn am Abend des Valentinstages, der ja - jenseits seines mittlerweile sehr kommerziellen Charakters – ursprünglich vor allem ein Fest der romantischen Liebe sein sollte.

Liebe wird auch bei einigen anderen Beiträgen des heutigen Empfanges Hauptthema sein. Liebe, die Liebe zur Musik und zur Kunst insgesamt ist es, die alle Aktive hier im Goldenen Saal zusammengeführt hat und sie in ihrem Tun verbindet. Damit ist das Hauptanliegen des KünstlerInnen-Empfanges eigentlich schon beschrieben. Seit 1997 gibt es die traditionsreiche Veranstaltung zum Aschermittwoch. Seither begleiten uns Künstlerinnen und Künstler auf einer abenteuerliche Entdeckungs-Reise interkulturell geprägter Kulturarbeit, die unsere Stadt prägt und die ihren Ausgangspunkt in der Kresslesmühle hatte.

Auch die Mühle selbst ist auf Reise, sie verändert sich und manchmal ist das auch für uns recht abenteuerlich. Frau Dr. Spohn wird als Leiterin des Büros für Migration, Interkultur und Vielfalt und der Kresslesmühle dazu noch mehr ausführen. Soviel aber vorab: Im letzten Jahr ist es uns gelungen, für die inhaltliche Erweiterung des Kulturhauses zu einem Bildungs- und Begegnungshaus über eine Million Euro an Zuschüssen von Bund und Land einzuwerben, einen kleinen Rest legt auch die Stadt Augsburg drauf.

Nur mit dieser großen Förderung können wir jetzt den größten Umbau planen, den die Mühle seit den 70er Jahren erlebt hat. Dieser Umbau braucht Zeit und es wird nicht für alle gleich erkennbar sein, wofür diese große Investition eingesetzt wird. Ich hoffe aber, dass die behutsame Weiterentwicklung der traditionellen Mühle schon sehr deutlich wird, wenn wir den KünstlerInnen-Empfang 2019 begehen werden.

Für die Kresslesmühle ist mein Referat und das dazugehörige Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt zuständig. Für das Büro gibt es aber auch noch vielfältige andere Aufgabenstellungen. So wurden im letzten Jahr Informationspakete für Neuzugewanderte geschnürt, damit sich Menschen in ihrer neuen Heimat schneller und zielgerichteter zurechtfinden.

Mit einem Schnittstellenpapier haben wir erstmals eine systematische Übersicht geschaffen, die von Kindertagesstätte bis Beruf und sozialer Arbeit die unterschiedlichsten Angebote verzeichnet, die es in Augsburg für MigrantInnen gibt. Die Internet-App „InteGreat“ ist eine wichtige Informationsbasis für Zugewanderte insgesamt. Sie wird weiter ausgebaut und ist ein Augsburger Erfolgsmodell, das mittlerweile auch von vielen anderen Städten angewendet wird.

Insgesamt arbeiten wir auch mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Ämter und Büros daran, das gute und friedliche Zusammenleben in unserer Stadt zu sichern und noch zu verbessern. Ein Beispiel dafür ist auch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das mittlerweile im vierten Jahr Projekte ermöglicht, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und allgemeine Menschenfeindlichkeit wenden. In diesen Zeiten, in denen Rechtsradikale wieder im Bundestag sitzen, ist diese Arbeit wichtiger denn je.

Denn wir müssen dieser Entwicklung – gerade als multikulturelle Stadtgesellschaft – die Stirn bieten und klar machen: kein Fußbreit für Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Hier nicht und nirgendwo. Wir arbeiten als Stadt Augsburg auf der großen Bühne der Zivilgesellschaft und der Politik an denselben Zielen, wie die Künstlerinnen und Künstler dies heute Abend im Goldenen Saal tun:

An der Gestaltung unseres vielschichtigen, diversen Augsburgs, in dem sich alle mit ihren Kompetenzen und Leidenschaften einbringen können und in dem Jede und Jeder dafür auch Wertschätzung erfährt. Ein Augsburg, in dem Willkommens- und Anerkennungskultur tatsächlich gelebt wird. Ein Augsburg, in dem Fremdenfeindlichkeit und Stammtischparolen keinen Ort haben.

Zu diesem Augsburg gehören auch Sie, liebe Gäste heut hier im Goldenen Saal, die ich auch im Namen von Oberbürgermeister Dr. Gribl begrüßen darf. Leider kann der OB heute nicht selbst dabei sein. Sie sind Zuhörer und Zuschauerinnen, die neugierig sind und die in Augsburg wirkenden Künstlerinnen und Künstler mit offenen Armen empfangen und damit ihre Wertschätzung und ihre Weltoffenheit dokumentieren. 

Dafür allen neuen Besucherinnen und Besuchern und auch unseren „Stammgästen“ ein herzliches Danke.

 Meine Damen und Herren,

zum KünstlerInnen-Empfang gehört immer auch das abschließende Zusammensein bei Speisen und Getränken. Wie in den Vorjahren ist das Buffet auch heuer durch die Frauen und Männer des Mesopotamien-Vereins in vielen Stunden vorbereitet worden.

Den Vereinsmitgliedern und allen, die an der Vorbereitung des heutigen Abends beteiligt waren, unseren KünstlerInnen und Künstlern und unserem Moderator vielen Dank für die Arbeit und für ihr Engagement.

Ich wünsche Ihnen und uns einen spannenden und abwechslungsreichen Abend."

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