Augsburgs Weg in die Mobilität der Zukunft

Bildlizenz: CC0 Creative Commons

Die Masterpläne für nachhaltige und emissionsfreie Mobilität und für E-Mobilität werden im Umweltausschuss und im Stadtrat vorgestellt.

Die beiden Masterpläne zeigen den Weg zu einer modernen und nachhaltigen Mobilität. Sie wird umweltfreundlich, auf das jeweilige Mobilitätsverhalten zugeschnitten und öffentlich sein. In den letzten Jahren wurde dieser Kurs bereits eingeschlagen, jetzt zeigen wir, wie wir ihn fortsetzen und ausweiten. Verstärkt liegt der Fokus auf dem Ausbau des ÖPNV und des Radverkehrs und Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs.

Auch Bund und Länder haben mit ihrer massiven Ausweitung der Förderung des umweltfreundlichen Verkehrs erkannt: Wir müssen jetzt Mobilität für alle sichern, Gesundheit und Umwelt schützen und Aufenthalts- und Lebensqualität in unseren Städten verbessern.

Der Prozess der Erarbeitung der beiden Pläne war bewusst sehr kommunikativ und partizipativ angelegt. Beim Thema Mobilität kommt es darauf an, möglichst alle mitzunehmen – im wahrsten Sinne des Wortes und im übertragenen Sinne. Wir haben dazu wichtige Schritte gemacht. Verwaltung, Politik und Fachleute waren in den Workshops intensiv eingebunden. Die erarbeitenden Ergebnisse sind ein gutes Fundament.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen aus Politik, Verwaltung und Fachbeiräten bedanken, die mitgearbeitet und ihre Ideen und ihr Fachwissen eingebracht haben.

Und nun?

Die Masterpläne müssen im Umweltausschuss und in der Sitzung des Stadtrats beschlossen werden. Dann müssen alle Augsburgerinnen und Augsburger eingebunden und auf dem Weg in die Mobilität der Zukunft mitgenommen werden. 

Nachhaltige und umweltfreundliche Mobilität

Der Verkehr ist für ein Fünftel der Treibhausgasemissionen verantwortlich – zuletzt ist der CO2-Ausstoß sogar angestiegen. Auch die Luft in vielen Städten ist gesundheitsgefährdend schmutzig. Verantwortlich dafür sind die fossilen Verbrennungsmotoren von PKW und LKW.
Eine Verkehrswende ist dringend nötig. Wir wollen Mobilität neu gestalten. Wir wollen Autos, die sauber und sicher unterwegs sind. Auf der Schiene und im Öffentlichen Nahverkehr wollen wir gute Angebote.

Aufgrund weiterhin hoher Schadstoffbelastungen, insbesondere durch Stickstoffdioxid, in vielen deutschen Städten und den jüngsten Gerichtsurteilen, dass Dieselfahrverbote zumindest geprüft wenn nicht sogar umgesetzt werden müssen, hat die Bundesregierung in Folge von zwei Dieselgipfeln (mit dem Verband der Automobilindustrie und mit Bürgermeistern betroffener Städte) ein Förderprogramm beschlossen. Demnach sollen zunächst sogenannte Masterpläne für die Gestaltung nachhaltiger und emissionsfreier Mobilität und später auch dabei ermittelte zweckmäßige Maßnahmen zur schnellen und effektiven Verminderung der Schadstoffbelastung gefördert werden.

In Folge des 2. Dieselgipfels am 04. September 2017 wurden alle von Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte betroffenen Städte und Regionen aufgefordert, eine sogenannte Projektskizze beim BMVI einzureichen, mit der die grundsätzlichen Ideen und Ansätze zur Schadstoffminderung dargestellt werden sollten. Nachdem diese Projektskizze geprüft worden war, wurde die Stadt Augsburg aufgefordert, einen konkreten Antrag einzureichen. Dieser wurde am 24.11.2017 fristgerecht eingereicht (Anlage 4). Inzwischen wurde per E-Mail vom BMVI angekündigt, dass ab 20.12.2017 Förderbescheide erteilt werden.

Elektromobilität

Sehr empfehlen kann ich die diese Übersichtsseite der Stadt Augsburg

Elektromobilität (E-Mobilität) hat eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems in der Stadt Augsburg. Elektroantriebe emittieren lokal keine Schadstoffe und Treibhausgase und können so zur Luftreinhaltung, Reduzierung der Lärmemissionen (bei niedrigen Geschwindigkeiten) und – sofern sie mit Strom aus regenerativen Energiequellen betrieben werden – zu einer Minderung der Emissionen beitragen. Zudem bietet eine weitere Elektrifizierung des bestehenden Verkehrssystems die Möglichkeit, ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten weiter zu stärken. Große Potenziale liegen hier im ÖPNV – mit der Straßenbahn hat Augsburg bereits heute ein wichtiges und effizientes elektrisches Verkehrsmittel. Durch einen grundsätzlicheren Wandel des Mobilitätsverhaltens und der Verlagerung von Verkehrswegen auf den Umweltverbund (ÖPNV, Radverkehr, Fußverkehr) ist auch eine Reduzierung des MIV1 -induzierten Verkehrsdrucks auf die Innenstadt möglich.

In Augsburg existiert bereits eine Reihe von unterschiedlichen Plänen zum Thema Mobilität (Gesamtverkehrsplan, Nahverkehrsplan, Mobilitätsentwicklungsplan der Stadtwerke). Darüber hinaus ist Elektromobilität in weiteren Plänen berücksichtigt (Klimaschutzprogramm 2020, Regionales Klimaschutzkonzept, Luftreinhalteplan). Um diese Potenziale auch für Augsburg verstärkt nutzbar zu machen, hat der Umweltausschuss des Augsburger Stadtrats in seiner Sitzung vom 28.11.2016 die Verwaltung beauftragt, die Erstellung eines Elektromobilitätskonzepts in Auftrag zu geben und daraus eine Masterplan Elektromobilität abzuleiten.

Die Finanzierung der Erstellung des Elektromobilitätskonzeptes erfolgte gemeinsam mit den Stadtwerken Augsburg; die Ausführung der Konzepterstellung erfolgte durch die Green City Projekt GmbH (München). Zielvorgabe und Gegenstand des Konzepts war die Entwicklung, Auswahl und Bewertung einzelner Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität in Augsburg. Dabei wird das Themenfeld ganzheitlich betrachtet und schließt neben E-Pkw auch die übrigen Verkehrsträger wie ÖPNV (Straßenbahn), E-Taxis, E-Fahrräder und E-Lastenräder, E-Roller etc. ein. Dies ist besonders relevant, da eine reine Substitution der Antriebstechnologie von Pkw (Benzin/Diesel→Elektro) noch nicht zur dringend notwendigen verkehrlichen Entlastung der Infrastruktur bzw. der Innenstadt führt. Damit beinhaltet die Etablierung einer nachhaltigen Elektromobilität in Augsburg zugleich den Ausbau und die Attraktivierung alternativer Elektromobilitätsangebote und eine Stärkung neuer Organisationsformen wie Sharingkonzepten.

Die Stadt Augsburg selbst hat bei der Einführung und Förderung der Elektromobilität verschiedene Funktionen zu. Einerseits legt sie den ordnungspolitischen Rahmen fest, (z.B. Genehmigung von Ladeinfrastruktur, Bauleitplanung, Bevorrechtigungen für E-Fahrzeuge, Erstellung von Verkehrsinfrastruktur) und kann somit als Impulsgeber fungieren. Andererseits verfügt sie über eigene Fahrzeugflotten und kann so als positives Vorbild für Bevölkerung und Unternehmen voranschreiten. Letzteres gilt in ähnlicher Weise für die Stadtwerke Augsburg, die zudem der Bereitsteller des ÖPNV und weiterer Mobilitätsdienstleistungen (Carsharing, Bikesharing) sind. Gleichzeitig kommt ihnen als lokaler Stromanbieter und v.a. als Stromnetzbetreiber eine wichtige Rolle zu.

Mehr Informationen finden Sie im Elektromobilitätskonzept Augsburg

Kommentare unterstützt durch Disqus