Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sehr geehrte Kommunalvertreterinnen und –vertreter, sehr geehrte Anwesende,

 

– auf Grund der großen Zahl ist es mir nicht möglich, Sie alle namentlich zu begrüßen.

Es freut mich, dass wir heute hier nach der offiziellen Eröffnung der RENEXPO 2015 zusammen sind, denn „die Energienachhaltige Kommune“ ist ein Gemeinschaftswerk, zu dem Sie mit Ihren Kommunen einen wichtigen Beitrag leisten können.

Ich freue mich sehr, Sie hier in Augsburg begrüßen zu dürfen. Augsburg als drittgrößte Stadt Bayerns, ist bayerische Umwelttechnologie-Region Nr. 1 und ausgewiesen innovativer Standort im Bereich regenerative Energien.

Als kommunale Vertreterinnen und Vertreter können Sie - können wir - uns heute bei spannenden Vorträgen informieren, um gemeinsam eine Zukunft im Sinne Energienachhaltiger Kommunen zu gestalten. Wir brauchen eine ökologisch alternative, sozial und wirtschaftlich attraktive Stadt. Wir stehen in der Verantwortung, etwas zu tun - auch wenn es sich hier nicht ausdrücklich um eine gesetzliche Pflichtaufgabe handelt.

Kommunen sind Vorreiter im „Kleinen“. Denn Städte und Gemeinden, aber auch zivilgesellschaftliche Initiativen verfügen über Entscheidungswege nah an den Bürgerinnen und Bürgern. Sie können konkrete Schritte umsetzen in Richtung notwendigem Wandel hin zu einer energienachhaltigen Kommune.

Die Messe RENEXPO, seit Jahren in Augsburg angesiedelt und mit der Messe Augsburg 2015 unter neuem Vorzeichen, stärkt Augsburg und die Region.

 

-       Nicht nur im Bemühen, Klimaschutzziele zu erreichen, sondern insgesamt als Kompetenz-Zentrum für Umwelttechnologien. Als solches freut sich Augsburg, dass es der Messe Augsburg gelungen ist, die RENEXPO zu übernehmen und sie unter veränderten Vorzeichen als eine bedeutende Energiemesse in der Stadt weiter zu beherbergen. Das Ziel ist es die RENEXPO wieder/weiter zu etablieren und zum Erfolg zu führen.

 

Die Stadt Augsburg blickt auf eine lange „Klimaschutztradition“ zurück. Augsburg zählt mit seinem Klimaschutzprogramm von 2004 zu den Vorreitern in Sachen Klimaschutz. Das Thema erneuerbare Energien spielt dabei in Augsburg seit Jahren eine große Rolle.

 

Die Stadt Augsburg, Mitglied im Klimabündnis europäischer Städte, hat sich kurz-, mittel- und langfristigen Zielen verpflichtet:

-       Kurzfristig eine Reduktion der CO2-Emissionen um 10 % alle 5 Jahre und

-       mittelfristig bis 2030 um 50 % gegenüber der Basis 1990.

-       Langfristiges Ziel ist es, die CO2-Emissionen pro Kopf auf maximal 2,5 Tonnen pro Jahr zu senken

 

Seit 12 Jahren gibt es eine Abteilung Klimaschutz, die sich mit zahlreichen Projekten Klimaschutz und Energiethemen verschrieben hat – mit Einzelprojekten und - ganz wesentlich - in erfolgreicher Netzwerkarbeit.

-       Für die bisherigen Aktivitäten wurde Augsburg mit einigen Auszeichnungen bedacht: Bundessieger im Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“ und 2013 Auszeichnung als nachhaltigste Großstadt beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

 

(regionale Prozesse)

Daneben haben wir mittlerweile starke regionale Prozesse, die der Tatsache Rechnung tragen, dass der Klimaschutz nicht an Stadtgrenzen aufhört. Gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg und mit Beteiligung der Öffentlichkeit wurde das regionale Klimaschutzkonzept entwickelt. Hier sind wichtige Handlungsansätze für die Erreichung der Zielsetzungen im Klimaschutz enthalten.

 

Als einen weiteren wichtigen Meilenstein möchte ich hier die Gründung der Regionalen Energieagentur Augsburg im Jahr 2011 nennen. Dem Trägerverein - der Augsburg Regio Energie e.V. - stehen neben der Stadt Augsburg die beiden Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg vor. Viele Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg sind bereits Mitglied der Regionalen Energieagentur Augsburg.

 

Dem Netzwerk-Gedanken folgend, sollen regionale Kompetenzen gebündelt und vernetzt, zukunftsorientierte Energieprojekte koordiniert und Aktivitäten im Bereich Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien unterstützt werden. Der Verein bietet eine kostenfreie, produkt- und anbieterneutrale Erstberatung für Bürgerinnen und Bürger, für Handwerk, Industrie und Handel, Architekten und auch für Kommunen an.

 

Die Regionale Energieagentur Augsburg ging 2014 einen neuen Weg in der Energieberatung: die aufsuchende Beratung. Beim Projekt „Energiekarawane“, das in Lechhausen-Zentrum startete, kamen Energieberater der Energieagentur „nach Hause“. D.h., sie besuchten Interessierte und berieten direkt am Gebäude. Die Geschäftsführerin der Regionalen Energieagentur Augsburg, Frau Dr. Schlenker-Wambach, wird hier heute Nachmittag mehr darüber berichten.

 

Wir brauchen diese Aktivitäten vor Ort: Nachhaltige Entwicklung muss vor Ort greifbar sein. Vor-Denken und Vor-Leben konkretisiert sich im kommunalen Leben.

 

(Die nächste Schritte)

Nicht ausruhen, weitergehen:

Ein gutes Beispiel für die vernetzte Arbeit der Stadt Augsburg ist eine Veranstaltung nächste Woche:

 

Am 7. Oktober 2015 findet das Informations- und Fachgespräch „Bauen und Sanieren im Geschosswohnungsbau – energieeffizient und gleichzeitig kostengünstig? statt. Bei diesem Informations- und Fachgespräch mit Wohnungsbaugesellschaften und Fachleuten aus der Bauwirtschaft geht es darum, eine intensive Diskussion auf fachlicher Ebene anzustoßen sowie darum, mit innovativen Lösungen die spezifischen Baukosten zu senken. Veranstalter sind das Fachforum Energie der Lokalen Agenda 21, die Wohnbaugesellschaft der Stadt Augsburg, die Stadt Augsburg und die Regionale Energieagentur Augsburg.

 

Aktuell arbeitet die Stadt Augsburg an der Ausgestaltung des „Augsburger Klimadialogs 2020“. Engagierte Akteure der Stadtgesellschaft diskutieren, welches Programm der Umsetzung der Klimaschutzziele in den nächsten Jahren zugrunde gelegt werden soll. Wichtige Felder sind die Energieeinsparung, die Gebäudemodernisierung, wie auch die Energieversorgung auf der Basis von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien. Die Energiewende wird konzeptionell weitergedacht.

 

Im November veranstaltet die Stadt Augsburg gemeinsam mit den Stadtwerken Augsburg und der Hochschule Augsburg den Informationsabend “Energiewende: Aktuelle Herausforderungen für die Stadt Augsburg“

 

(Schluss)

 

Klimaschutzpolitik ist keine „Schönwetter-Politik“, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir hier und überall auf diesem Planeten in Zukunft gut leben können.

Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Zum „earth day“ am 22. April 2015 hat eine Gruppe hochrangiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die internationale Gemeinschaft appelliert, den Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen bis 2050 auf Null zurückzufahren. Und die Wissenschaftler haben betont, dass 2015 "ein entscheidendes Jahr für die Menschheit" sei.

Darum wird es gehen auf der UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris, aber auch wir hier in den Kommunen sind bei diesem Thema gefragt und wir leisten unseren Beitrag.

Dabei gibt es Themen, die uns als Kommunen die Umsetzung nicht immer leicht machen. Nennen will ich hier beispielsweise die 10-H-Regelung bei der Windkraft oder die langwierigen Diskussionen über ein Förderprogramm zur energetischen Gebäudesanierung. Dennoch ist die Akzeptanz der Energiewende hoch. Das ist wichtig, denn erreichen können wir das Ziel der Energienachhaltigen Kommune nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Der effiziente Energieeinsatz und der Ausbau erneuerbarer Energien sind die Doppelstrategie für eine nachhaltige Energieversorgung.

Der Markt für erneuerbare Energien und Energieeffizienz wächst weltweit und muss weiter wachsen.

 

Heute beim 7. Bürgermeister-Tag können wir ein wenig innehalten und nun erwartungsvoll die Vorträge genießen. Ich wünsche Ihnen einen interessanten und spannenden Nachmittag, mit  vielen neuen Erkenntnissen und Lösungsansätzen.

Vielen Dank!

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