Freitagsgebet in der DITIP Moschee

Stichworte für das Grußwort bei der Moschee am Katzenstadel

Freitag, 27. März 2015 / 12:00 Uhr, Am Katzenstadel 20 / 86152 Augsburg

Herzlichen Dank, dass ich bei Ihnen heute zu Gast sein darf. Ich grüße sie im Namen der Stadt und im Auftrag von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Leider kann er heute nicht selbst anwesend sein.

Er wünscht dieser Veranstaltung aber auf diesem Weg einen guten Erfolg und freut sich darauf, die Moschee am Katzenstadel zu einem anderen Termin besuchen zu dürfen.

Am heutigen Tag werden bundesweit Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens zum Freitagsgebet eingeladen. Dies geschieht im Rahmen der Wochen gegen Rassismus, die vom Interkulturellen Rat koordiniert werden.

Das Anliegen dieser internationalen Wochen ist es zu zeigen, dass Muslime und Nichtmuslime in der deutschen Gesellschaft zusammenleben und zusammenstehen.

Zu diesem friedlichen Zusammenleben zählen auch der Respekt vor verschiedenen Glaubensbekenntnissen und der Austausch der Religionen.

Dieser Respekt und der Austausch sind gerade in Zeiten, in denen der Islam von Terroristen wie dem IS missbracht wird, auch hier in Augsburg wichtig. Deshalb bin ich heute als Vertreter der Stadt Augsburg hier in dieser Moschee.

Als Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration gehört es zu meinen Aufgaben, hier den Beitrag der Stadt Augsburg für einen Ausgleich der Interessen und für ein funktionierendes Gemeinwesen zu organisieren.

Zu diesem Gemeinwesen tragen Moscheegemeinden ganz besonders bei. Sie bereichern das Leben in unserer Stadt, sie bieten einen festen Punkt für die Angehörigen des muslimischen Glaubens.

Und sie können an die Mitglieder weitergeben, was gemeinsame Gremien und Projekte erarbeitet haben.

Beispiele für diese Gremien sind der „Runde Tisch der Religionen“, das „Augsburger Islamforum“ sowie unsere Projekte „Augsburg Kompetenz“ und „musa – Ausbildung zum muslimischen Seelsorgeberaters“.

All dies sind Bausteine der gelebten Integration und unserer gegenseitigen Wertschätzung. Wir dürfen aber nicht auf der Ebene von Projekten und Maßnahmen stehen bleiben.

Für eine erfolgreiche Integration braucht es die direkten Begegnungen und gemeinsame Aktionen.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich nochmal herzlich für die Gastfreundschaft bedanken, die wir als Teilnehmer bei einem Fastenbrechen letztes Jahr zusammen mit den Mitgliedern des Integrationsbeirates und vor allem die Asylsuchenden der Gemeinschaftsunterkunft der Ottostraße erfahren durften. Hier wurde Integration ganz einfach gelebt.

Unser Augsburg zeichnet sich ja nicht nur durch ein friedliches Zusammenleben in der Gegenwart aus. Hier kann man auf das friedliche Zusammenleben der Religionen stolz sein. Dies war auch schon Thema in der Vergangenheit. In unserer Stadt dürfen wir das einzigartige Augsburger Hohe Friedensfest begehen.

Der 8. August ist für uns nicht nur ein freier Tag, sondern ganz besonders Verpflichtung, den Friedensgedanken zu verbreiten. Eine Verpflichtung, der wir uns seit 365 Jahren verbunden fühlen und die wir immer wieder aktuell zu erfüllen haben.

Für mich liegt in diesem einmaligen Feiertag auch der Auftrag, diesen Friedensgedanken zu leben und den Gedanken friedlichen Zusammenlebens auch in die Welt zu tragen. Nicht nur am 8. August, sondern auch an allen anderen Tagen des Jahres.

Das Zusammenleben in einer modernen und internationalen Stadt wie Augsburg geht es nicht nur darum, den Dialog der Religionen zu fördern. Allen Glaubensbekenntnissen ist gemeinsam, dass sie Respekt vor der Schöpfung haben.

Als Referent der Stadt Augsburg bin ich nicht nur für die Zuwanderung zuständig, die auch durch den Zuwachs des Islams positive Ergänzungen in der Stadtgesellschaft erfahren haben. In meinem Referat bin ich auch für den Umweltschutz verantwortlich und ich denke, diese beiden Themen passen gut zueinander.

Schon beim Hereinkommen habe ich mich sehr gefreut, dass ihre Gemeinde vorbildlich eine Solaranlage auf dem Dach installiert hat. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Und damit sind wir bei einem für mich sehr aktuellen Thema: Ich habe mir zukünftig unter anderem das Ziel vorgenommen, religiöse Gemeinden in dieser Arbeit im Sinne der gemeinsamen Verantwortung für Natur und Menschen zu unterstützen. Dazu werden wir in Zukunft Angebote zur Hilfe und Beratung anbieten.

Ich hoffe, dass unser Zusammenwirken auch in diesem Bereich von Vertrauen und Erfolg weiterhin gekennzeichnet sein wird. In diesem Sinne bedanke ich mich nochmals für die Einladung.

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