Herrenbach Gutachten

 Das Ziel des in Auftrag gegeben Gutachtens war: den Erdkörper ermitteln, welcher für die Stabilität der Uferwand erforderlich ist, kritische Bäume aufzeigen, Maßnahmen vorschlagen und ein Gestaltungskonzept für die langfristige Entwicklung der Grünanlage am Herrenbach liefern.

Das externe Gutachten bestätigt, dass entlang der Uferwand stehende Bäume im Falle eines Umsturzes diese beschädigen können. Das war im Mai und Juni 2018 der Grund, dass die Stadt Augsburg 27 Bäume zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes fällen musste.

Gutachten Andreas Detter (Treeconsult) 
(Bild auf Seite 13 aus urheberechtlichen Gründen entfernt)

Nach dem Gutachten stehen 7 Bäume in dem Bereich des Dammes, der nach den Berechnungen des Wasserbauingenieurs die Uferwand stützt und der deshalb unbedingt geschützt und frei von Bäumen gehalten werden muss. Ferner benennt das Gutachten 13 Bäume, die in unmittelbarer Nähe zur Uferwand stehen. Diese können die Uferwand auf Dauer durch ihre Wurzeln und bei Entwurzelung durch Sturm beschädigen.

Die Stadt beabsichtigt, im Dezember 2018 17 Bäume zu fällen. Beim Herbstablass 2019 werden 2 weitere Bäume gefällt, die in der Nähe der Uferwand stehen. Ein weiterer Baum wird dann in diesem Zusammenhang unabhängig vom Hochwasserschutz aufgrund starker Schäden am Baum selbst gefällt. Die Bäume sind in dem Plan des Geodatenamtes eingezeichnet. Diesen finden Sie hier online.

Lageplan: Geplante Baumfällungen

Die Stadt hat sich entschieden, den Baum (Baumnummer 57), der laut Gutachten ebenfalls in der Nähe der Uferwand steht, wegen seiner besonderen Bedeutung für den Artenschutz im Dezember 2018 nur zurückzuschneiden. Der Baum wird erst dann gefällt, wenn sein Zustand oder seine Nähe zur Uferwand dies erfordern. Städtische Fahrzeuge sollen den Damm für Reparaturen im Zuge des Gewässerunterhalts befahren können. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass einzelne Bäume dies erschweren. Die Stadt hat jedoch beschlossen, hierfür keine Fällungen vorzunehmen. Neue Bäume sollen jedoch mit einem Mindestabstand von 4,5 Metern zur Uferwand gepflanzt werden.

Der Herrenbach fungiert mit seiner Grünanlage – wie auch andere Kanäle im Stadtgebiet – als wichtige Biotopbrücke für Tiere und Pflanzen. Momentan bestimmen sieben Baumarten das Bild am Herrenbach. Rund die Hälfte machen Feld-Ahorn und Esche aus. Dann folgen Spitz- und Berg-Ahorn, sowie Pappeln (Silber-, Säulen- & Bastard-Pappeln). Laut der Aussage des Gutachters eignen sich Pappeln nicht zur langfristigen Begrünung am Herrenbach. Eschen sind zudem durch das Eschentriebsterben massiv bedroht.

Das Gutachten empfiehlt folgende Baumarten zu pflanzen: Hainbuche, Vogel-Kirsche, Mehlbeere oder Winter-Linde. Der Vorteil dieser Bäume: Sie gefährden auch langfristig nicht den Hochwasserschutz, da sie nicht so hoch wachsen und kleinere Wurzelteller ausbilden. Vor allem sind diese Baumarten wichtige Bienenweiden, die Bienen und anderen Insekten das ganze Jahr über reichhaltig Nahrung liefern. Besonders Bienen und Hummeln brauchen Bäume, Büsche und Blumen, die das ganze Jahr über versetzt blühen. Damit reagiert die Stadt im Rahmen der Strategie „Insekten-Vielfalt-Augsburg“ auch hier am Herrenbach auf das massive Insektensterben. Fledermäuse und Vögel freuen sich über ein vielfältiges „Insekten-Buffet“.

Bürgerinnen und Bürger sollen sich gerne in der Grünanlage am Herrenbach aufhalten. Als Biotopbrücke ist sie aber auch Heimat für Tiere und Pflanzen. Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Aufenthaltsqualität und Baumschutz vereint die Stadt so zu einem Paket.

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