Kresslesmühle wird barrierefrei umgebaut

Die historische Kresslesmühle bekommt einen modernen und bedarfsgerechten Zuschnitt. Das Haus wird brandschutzsaniert und barrierefrei ausgebaut. Mit einem symbolischen Hammerschlag haben die Stadt Augsburg, die Regierung von Schwaben und die WBG am heutigen Montag den Startschuss für die Umbauarbeiten gegeben.

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Im Gesamtkonzept bleiben die Räume für Vereine und Initiativen, eine vegane Gastronomie und die bewährte Kleinkunst bestehen. Bis April 2019 sollen die Baumaßnahme, die von der WBG begleitet werden, abgeschlossen sein.

Dann nimmt auch das neue Bildungsbüro seine Arbeit auf.

„Vor allem Menschen aus ganz Europa, die in Augsburg im Bereich Schule, Bildung und Ausbildung Hilfestellung benötigen, möchten wir beratend begleiten. Auch Geflüchtete informieren wir über Berufseinstieg und Arbeitsmöglichkeiten in Augsburg. Von solchen Integrationsmaßnahmen profitiert die gesamte Stadt“, betont Reiner Erben, Referent für Migration. Bemerkenswert sei, so der Referent, „dass ein so historisches Haus wie die Kresslesmühle – bei der manche Bürgerinnen und Bürger als Kinder noch ihr Mehl geholt haben oder im Kindergarten waren – im neuen Gewand ein so wichtiges Zukunftsthema beherbergt.“

Auch Robert Schenk, Leiter des Bereichs Planung und Bau der Regierung von Schwaben, erinnert sich gerne an die alte Kresslesmühle: „Die Mühle steht für das alte Viertel - damals noch ein richtiges Handwerkerviertel und eher kleinbürgerlich. Augsburg war zum richtigen Zeitpunkt mit Konzepten da. So konnten Fördergelder schnell beantragt werden.“

Die Kosten des Umbaus werden mit 500.000 Euro von der Stadt Augsburg sowie mit 1 Mio. Euro aus dem vom Bund und Ländern aufgelegten Städtebauförderprogramm „Investitionspaket Soziale Integration im Quartier“ finanziert. Mit dem Programm soll die gesellschaftliche Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger gefördert werden.

Wie Dr. Dominik Hoppe, Geschäftsführer der Augsburger Gesellschaft für Stadtentwicklung und Immobilienbetreuung, betont, entspreche die Sanierung der Kresslesmühle einem hohen Standard.

 

Augsburgs Verwaltung verankert interkulturelle Kompetenz

In Augsburgs Integrationsstrategie ist die Kresslesmühle seit vielen Jahren ein wesentliches Element. Ein weiteres neues Projekt ist ZUSA, das für Zusammen in Augsburg steht. Herzstück sind Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz. Dabei werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Augsburger Stadtverwaltung aber auch ehrenamtlich Aktive darin geschult, professionell mit Verschiedenheit umzugehen. Verständnis für unterschiedliches Verhalten und Herkunft sowie neue Perspektiven wahrzunehmen fließen damit in die Arbeit der Verwaltung ein.

„Interkultur ist nah am Menschen. Ein Beispiel: In anderen Ländern gilt der direkte Augenkontakt, wie er bei uns üblich ist, als äußert unhöflich. Deshalb wird etwa ein Äthiopier Respektpersonen oder Vorgesetzten kaum direkt in die Augen schauen. Genau hier setzt ZUSA an. Wer sich solche Unterschiede bewusst macht und interkulturelle Kompetenz aufweist, kann damit richtig umgehen. Auf diese Weise wird interkulturelle Kompetenz in unserer Stadt langfristig verankert“, stellt Erben fest.

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Schulungen für interkulturelle Kompetenz

Diese Arbeit übernimmt in der Stadt Augsburg das Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt zu einem großen Teil selbst. Mehr als 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden bereits geschult. Zu ihnen gehören die städtischen Altenpflege-Azubis ebenso, wie angehende Führungskräfte der Stadtverwaltung, sowie Mitarbeiterinnen aus der Jugendarbeit und den Referaten. Auch Fortbildungen zum Hintergrundwissen unterschiedlicher Länder wie Afghanistan, Türkei, Syrien oder Äthiopien, sowie Strategien im Umgang mit Rassismus und Diskriminierung sowie Fortbildungen zur praktischen Anwendung interkultureller Kompetenz im Arbeitsalltag werden angeboten.

Wie das Vorgängerprojekt „Willkommen in Augsburg“ (WAKA), das mit 900.000 Euro von der EU gefördert wurde, erhält auch das Projekt ZUSA EU-Fördermittel in Höhe von einer Million Euro. Migrationsreferent Reiner Erben zieht ein positives Fazit: „Ganz Augsburg profitiert von diesen Projekten und ihrer Qualität. Nicht umsonst ist es uns gelungen, bei zwei aufeinanderfolgenden Projekten so hohe Fördersummen zugesprochen zu bekommen.“

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