„Interkulturelle Begegnungen im Augsburger Rathaus. Ein wichtiger und guter Ort im Zentrum der Friedensstadt Augsburg“

Nicht gehaltener Redebeitrag in der Sondersitzung des Stadtrates am 12.2.16:

Dieses Rathaus hier, der Goldene Saal, aber auch der Obere Flez und der Sitzungssaal des Stadtrates sind ein zentraler Ort für die Friedensstadt Augsburg. Dieses Rathaus ist seit vielen Jahren DER zentrale Ort im Herzen unserer Stadt an dem sich die Stadtgesellschaft zu den verschiedensten Anlässen und Feierlichkeiten trifft. Hier trifft sich die Stadtgesellschaft einer vielkulturellen Stadt, einer Stadt in der heute Menschen aus 176 Nationen leben. Wir alle sind Teil dieser Friedensstadt und diese Stadt ist bunt. Und so soll es bleiben. Ausgrenzung, Diffamierung und Abschottung wie sie von Vertreterinnen und Vertretern der sogenannten Alternative für Deutschland propagiert werden, sind das Gegenteil der Werte, die unsere Stadtgesellschaft zusammenhalten. Deshalb treffen wir uns heute hier in diesem goldenen Saal und deshalb steht die Stadtgesellschaft vor dem Rathaus um deutlich zu machen, dass diese sog. Alternative keine Alternative ist – weder für dieses Land, noch für diese Stadt.

Ich möchte ein Beispiel, ein Veranstaltungsformat herausgreifen, das hier im Rathaus seit vielen Jahren stattfindet und die vielkulturelle, bunte Friedensstadt wunderbar darstellt: den Internationalen Empfang der Künstlerinnen und Künstler am Aschermittwoch, der vorgestern zum 19. Mal stattgefunden hat und der lange Jahre von der Kresslesmühle und ihrem damaligen Leiter Hansi Ruile organisiert wurde und jetzt von in meinem Referat angesiedelten Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt vorbereitet und durchgeführt wird.

Dieser Internationale Empfang verdeutlicht anschaulich das Wirken von Künstlern und Künstlerinnen unterschiedlicher Herkunft in der Friedensstadt Augsburg und dokumentiert damit die interkulturelle Wirklichkeit und Vielfalt unserer Stadt.

Es präsentieren sich am Aschermittwoch Kulturschaffende aus aller Welt, deren künstlerischer Werdegang eng mit Augsburg verknüpft ist

Wir laden (ohne den Anspruch auf Vollständigkeit!) Akteure ein, die das kulturelle Leben unserer Stadt wesentlich und übers Jahr hinweg in unterschiedlichen Formaten lebendig mitgestalten.

Teilweise gab und gibt es extra für diesen Anlass spannende, neue kultur- und genreübergreifende und auch einmal experimentelle, künstlerische Kooperationen - Orient trifft Okzident, Nachwuchskünstler treffen auf „alte Hasen“.

Von Beginn an spiegelte dieses international besetzte Treffen der Kulturschaffenden die Vielfalt ihres künstlerischen Könnens - Fokus auf den darstellenden Künsten - die bildende Kunst sucht sich andere Wege ans Licht, aber gerade beim letzten Empfang vorgestern war sie auch vertreten.

Wir begegnen hier seit Jahren Künstlerinnen und Künstlern, die teils nur für eine Interimsphase - wie z.B. Ensemblemitglieder des Theaters Augsburg - teils dauerhaft eine (Wahl)-Heimat gefunden haben - in einer Stadt, in der Menschen aus 176 Staaten zusammenleben.

Sie haben aus beruflichen oder privaten Gründen Augsburg zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht

Dieser Empfang will dezidiert Wertschätzung und den Respekt vermitteln, den wir den Künstlerinnen und Künstlern und ihrem Wirken in der Stadt entgegenbringen.

Somit strahlt der Empfang auch das Signal des Willkommenseins in der Wahlheimat Augsburg aus.

Der Empfang ist zum einen ein genussreiches Fest für alle Sinne, zum anderen schon immer ein wertvolles Forum für Begegnungen und für den entspannten Austausch.

Heute dringlicher denn je steht der Empfang im Zeichen einer interkulturellen Solidarität – er reflektiert die großen Themen unserer Zeit: „Aufbruch und Ankunft“ – „Aufenthalt und Anerkennung“

Danke an alle KünstlerInnen, die dabei sind und dabei waren, die uns die kostbare Brücke hin zu Ihren Traditionen und künstlerischen Wurzeln bauen, die uns teilhaben lassen und die alle selbst ein geschätzter Teil unserer Stadt sind!

Der Internationale Empfang der Künstlerinnen und Künstler ist ein Beispiel, mit dem die Stadt Augsburg und mein Referat Flagge zeigt für die Friedensstadt Augsburg.

Weitere Regelmäßige Formate, die hier im Rathaus stattfinden:

-         Neubürgerempfang (OB Referat): jährlich im Oberen Flez. Eingeladen werden NeubürgerInnen, die im Vorjahr erstmalig neu zugezogen sind. Schon bei den Gästen zeigt sich die Vielfalt der Herkunft der Frauen und Männer, die in unsere Stadt gezogen sind. Auch das Programm spiegelt die Verschiedenheit der Stadtgesellschaft wider, die unsere Stadt positiv prägt. Seit 2005 durchgeführt.

-         Runder Tisch MigraNet (Büro für Migration): überwiegend zweimal im Jahr zu aktuellen Themen der Zuwanderung im Sitzungssaal. Im November 2015 fand der 18. Runde Tisch statt – Thema: „Beruflich anerkannt?“. Die nächste Sitzung ist für Ende April 2016 geplant.

-         Islamforum (Büro für Migration): fallweise Sitzungen der meisten muslimischen Vereine im Oberen Flez. Behandelt werden aktuelle Themen – z.B. Terroranschläge / Reaktionen der lokalen Gemeinden auf weltweite Ereignisse; aber auch lokale Anliegen (z.B. rituelle Waschungen im Friedhof) sowie Ansätze zu deren Lösung.

-         Regelmäßige Vorträge der „Interkulturellen Akademie“ auch im Rathaus (Büro für Migration / vhs / Mesopotamien-Verein) zu verschiedenen Themen der Integration / Migration; Schwerpunkt waren in den Vorjahren Orient und Islam; jüngste Veranstaltung im Winter 2015.

-         Erstmalig im Oktober 2015(Büro für Migration): Tagungstrilogie Willkommens- und Anerkennungskultur / Flucht, Migration, Alteingesessene, Zugereiste – welche Anerkennungskultur braucht / hat Augsburg? Ein Bestandteil war der  Fachtag im Rathaus am 22.10.2015 mit ReferentInnen aus Hamburg, Nürnberg, Stuttgart und Augsburg sowie einem Workshop im Unteren Flez.

Mit all diesen Veranstaltungen ist dieses Rathaus das Zentrum für die vielkulturelle Stadt Augsburg. Das sind die richtigen Veranstaltungen, dafür werden wir weiter arbeiten. Damit zeigen wir die Vielfalt in der Friedensstadt.

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