Tag der offenen Tür am Zentrum für Sprachen und Integration des BBZ

Ich bedanke ich mich für die Einladung und die Gelegenheit, ein Grußwort für die Stadt Augsburg zu sprechen.

 

Von Frau Klingelstein haben wir gerade einige Fakten zur Geschichte und Gegenwart der Arbeit des BBZ und des Zentrums für Sprachen und Integration erfahren. Ein starker Schwerpunkt liegt dabei mit den berufsbezogenen Sprachkursen, dem Projekt „Early Intervention“ aber auch mit anderen Maßnahmen auf dem besseren Zugang zum Arbeitsmarkt.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an die Ausstellung „Arbeitswelt hat viele Gesichter“, die wir im vergangenen September im Zeughaus zeigen konnten. Diese vielfältige Arbeitswelt und die unterschiedlichen Menschen, die in ihr tätig sind, sind ja nichts anderes als eine Widerspiegelung moderner Stadtgesellschaft, die ebenfalls viele Gesichter hat und schon immer hatte. Unser Lebensraum, die Stadt und die Region Augsburg, waren eben nie einfältig, sondern immer schon bunt und vielfältig.

 

Zur Organisation der Vielfalt kann der Arbeitsmarkt ganz wesentlich beitragen. Arbeit ist natürlich Broterwerb, sie dient aber auch dem Selbstwertgefühl und der gesellschaftlichen Akzeptanz durch das Umfeld. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass der Zugang zu diesem Markt für möglichst alle Augsburgerinnen und Augsburger offen steht.

Ich möchte mich beim BBZ für die vielfältige Arbeit bei der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten und Flüchtlingen bedanken. Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, auch allen anderen hier in Augsburg auf diesem Feld tätigen Organisationen und Einrichtungen für die wichtige Arbeit danken. Als Vertreter der Stadt will ich ausdrücklich betonen, dass all diese Angebote ein wichtiger Beitrag sind, die gesellschaftliche Teilhabe aller Augsburgerinnen und Augsburger – egal woher sie kommen - zu unterstützen und Vielfalt damit gesellschaftliche Realität ist und wird und nicht „nur“ Folklore bleibt.

 

Vielfalt meint dabei Unterschiede in der Herkunft, der Tradition und den Glaubensvorstellungen. Sie meint aber ebenso die verschiedenen individuellen Lebensentwürfe, Befähigungen,  und Bedarfe der Menschen.

 

Als moderne Stadt sind wir aufgefordert, diesen Unterschieden Rechnung zu tragen. Das ist durchaus schwierig, das wird von manchen auch als bedrohlich angesehen. Ich glaube aber, dass wir Vielfalt gestalten als Herausforderung und Aufgabe annehmen sollten, die große Chancen für eine moderne Stadtgesellschaft bedeutet.

Die Aufgabe, Vielfalt - auch in den Spannungen, die auftreten - auszuhalten und gleichzeitig positiv zu organisieren, richtet sich an die Politik, aber ebenso an Verantwortungsträger in der Zivilgesellschaft und nicht zuletzt an den Einzelnen.

Es gibt also eine Aufgabenverteilung, es gilt aber auch Verantwortung für diese Aufgaben zu übernehmen. Als Aufgabe der Stadt und damit auch als meine Aufgabe als für das Thema Migration zuständiger Referent sehe ich es, vorhandene Strukturen und Aufgaben im Bereich Migration zu unterstützen, zu stärken und zu verstetigen mit dem Ziel Anerkennungs- und Willkommenskultur für Zugewanderte auf- und auszubauen. Dazu gehören Einrichtungen wie hier das Zentrum für Sprachen und Integration des BBZ, wie die Beratungseinrichtungen der Wohlfahrtsverbände, wie das ZiB (Zentrum für interkulturelle Beratung) am Senkelbach, wie verschiedene andere Sprachkursträger, wie die Kammern und die Agentur für Arbeit.

 

Sprach- und Integrationskurse, wie sie hier angeboten werden - sind von großer Wichtigkeit – selbst wenn sie nicht unmittelbar auf das Erwerbsleben zielen. Denn natürlich sind auch im sozialen, im kulturellen Leben und in der ganz alltäglichen Kommunikation mit Nachbarn und Freunden gesicherte Deutschkenntnisse notwendig. Anders kann Teilhabe und Integration nicht auf Augenhöhe gelingen. 

 

Ich will aber auch betonen, dass Angebote für Sprachunterricht vorhanden sein und ausgebaut werden müssen. Wenn ich an die aktuelle Debatte zur Aufnahme und die inzwischen politisch allseits gewünschte Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen denke, muss angesprochen werden, dass es bisher für Asylsuchende kaum frei zugängliche Sprachkursangebote gibt. Das beklagen auch die Agenturen für Arbeit, die – wie die Agentur in Augsburg – mit dem Projekt „early intervention“ die Arbeitsmarktintegration für Flüchtlinge verbessern wollen.

 

Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im ZSI wie im gesamten BBZ eine gute Vernetzung und biete Ihnen gern auch meine Mitwirkung und Hilfe an. Ihrer gemeinsamen Arbeit als Dozentinnen und Dozenten wie als Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Kursen wünsche ich dabei einen guten Erfolg.

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