Umweltbildungszentrum Augsburg – Zentrum für Bildung für nachhaltige Entwicklung und Vorzeigeprojekt für Nachhaltiges Bauen

Foto: Architekturbüro Hess/Talhof/Kusmierz

Augsburg erhält in unmittelbarer Nachbarschaft zum Botanischen Garten und dem Zoo Augsburg, an der Schnittstelle zwischen Stadtzentrum und dem national bedeutsamen Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“ ein Umweltbildungszentrum (UBZ). Es wird zum Sitz der Umweltstation Augsburg.

Als Zentrum der Bildung für nachhaltige Entwicklung wird das Umweltbildungshaus ein wichtiger Baustein des Bayerischen Umweltkompetenzzentrums Augsburg/Schwaben und ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen. Bereits in der Planungsphase wurden die Umweltkosten internalisiert, um den ökologischen Fußabdruck der Baumaßnahme so klein wie möglich zu halten. Nach der Fertigstellung dient das Umweltbildungszentrum als Anschauungsobjekt für die Anwendung moderner ressourcenschonender Architektur und Technik.

Durch eine naturnahe Gestaltung der Gebäudefassade und der Außenanlagen wird aufgezeigt, wie Biologische Vielfalt im besiedelten Bereich gefördert werden kann. Das Umweltbildungszentrum dient als Arbeitsplatz für Naturschutz- und Bildungsinstitutionen sowie als Treffpunkt und Lernort. Als interdisziplinäres Erlebnislabor trägt das Umweltbildungszentrum zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Augsburger Gesellschaft bei.

Die Projektumsetzung erfolgt mit kompetenten Partnern der Stadtverwaltung Augsburg, der Universität Augsburg, der Handwerkskammer Augsburg-Schwaben und den Stadtwerken Augsburg.

Bauweise

Neben Funktionen und pädagogischem Leitbild sowie der Planung und Umsetzung sind die in den Planungstreffen erarbeiteten Rahmenvorgaben zentrale Bestandteile des Konzepts hinsichtlich Standort, Bauweise und Betrieb des neuen Umweltbildungszentrum.

Die im Folgenden aufgeführten Rahmenbedingungen und Ausstattungsmerkmale stehen in enger Wechselwirkung mit der Umsetzung der Bauphase und der geplanten Funktion des Umweltbildungszentrums. Der Anspruch des Umweltbildungszentrums drückt sich auch durch seine Architektur und Bauweise aus. Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung folgender mit den Kooperationspartnern im bisherigen Planungsprozess entwickelten Vorgaben:

  • Es soll ein energieeffizientes Gebäude (E-plus-Haus) mit effizientem Raumklimakonzept entstehen.
  • Die Komponenten des nachhaltigen Energiekonzeptes sind für Besucher zugänglich und transparent dokumentiert.
  • Es werden technische Voraussetzungen für Energiemonitoring und Betriebsoptimierung geschaffen.
  • Alle im Zusammenhang mit Bau und Betrieb anfallenden Umweltkosten bei Baumaterialien, Büroausstattung und Verbrauchsmaterialien werden in Hinblick auf Energie- und Ressourcenverbrauch internalisiert.
  • In den Produktionsketten werden faire soziale Standards eingehalten.
  • Wenn möglich werden nachwachsende und regionale Baustoffe unter dem Einsatz regenerativer Energiequellen durch regionale Handwerksbetriebe verwendet.
  • Arbeits- und Veranstaltungsräume werden mit moderner Büro- und Kommunikationstechnik ausgestattet und unter optimalen arbeitsmedizinischen Gesichtspunkten gestaltet.

Von einer Umweltbildungsscheune war die Rede, als der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs Ende März diesen Jahres der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Doch im Falle des UBZ kommen nach den Auftragsverhandlungen die Zweitplatzierten zum Zuge. Es handelt sich um das Münchner Büro Hess/Talhof/Kusmierz, das jetzt mit den weiteren Planungen beauftragt wurde.

Gebäudegrundriss symbolisiert Spannungsfeld zwischen Wildnis und Kulturlandschaft

Von außen fällt das eingeschossige Gebäude durch eine schlichte, rechteckige Form in Holzbauweise auf. Im Innenraum entsteht durch organisch geschwungene Lehmstampfwände ein attraktives Foyer, das das Gebäude in drei Raumkomplexe aufteilt. Das Zentrum steht für die wilde, dynamische Nukleus sein von Umweltbildung bzw. Bildung für Nachhaltige Entwicklung und der darin aktiven Vereine und Organisationen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Themen im Umweltschutz, wie Klimawandel, Insektensterben oder Landverbrauch, brauchen wir als Umweltstadt eine solche Institution, die das Bewusstsein für die Bedeutung intakter Landschaften schärft.

Spätestens im März 2018 soll klar sein, was das Gebäude kosten wird. Dann geht es gemeinsam auf die Suche nach Förder- und Sponsorengeldern. Da es sich beim UBZ um ein Leuchtturmprojekt der Regierungskoalition aus CSU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD handelt, sind im städtischen Haushalt in den nächsten Jahren 2018 – 2020 insgesamt bereits ca. 4,8 Mio. Euro fest eingeplant. 

Neues Wertstoff Depot Süd ebenfalls energetisch vorbildlich

Im Süden von Augsburg in Haunstetten ist ein neues Wertstoff- und Straßenreinigungsdepot in Planung. Baubeginn wird im Jahr 2018 sein. Zielsetzung des energetischen Gebäudestandards in Kombination mit einer im Wesentlichen eigenstromversorgten Wärmepumpe mit dem Erdreich als Wärmequelle ist die Aufsummierung in einen Plus-Energiehausstandard. Das Personalgebäude ist als Holz-Stahlbeton-Hybridkonstruktion konzipiert. Damit werden in der Gebäudehülle die guten Eigenschaften einer Holzaußenwand genutzt und im Inneren stehen durch die Stahlbetondecken hohe Speichermassen zur Verfügung und gewähren auch Brand- und Schallschutz. Die Beheizung bzw. Kühlung erfolgt über thermische Bauteilaktivierung. Die Hallendachflächen sind begrünt und werden als Photovoltaik-Aufstellflächen genutzt bzw. sind dafür ausgelegt. Das Regenwasser des Flugdaches wird in einer Zisterne gesammelt und kann zur Fahrzeugreinigung bzw. zur Fahrzeugbefüllung genutzt werden.

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