am Freitag, 16. Oktober 2015, 19.30 Uhr, Rathaus, Goldener Saal

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

herzlich Willkommen zur 10. Verleihung des Augsburger Zukunftspreises.

Ich darf Sie alle auch im Namen des Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl begrüßen und Ihnen sein Bedauern übermitteln, dass er heute nicht - wie in all den vergangenen Jahren - mit dabei sein kann.

 

Besonders begrüßen möchte ich die Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtrat: Frau Eberle, Frau Fink, Frau Dr. Haertinger, Herrn Huber, Herrn Hummel, Herrn Hutter, Herrn Lis, Herrn Pettinger, Frau Steinecker, Herrn Weinkamm, Frau Wild, Herrn Zander und auch die ehemaligen Stadträtinnen und Stadträte, die heute Abend mit dabei sind, sowie die politischen Vertreter aus dem bayerischen Landtag, Harald Güller und aus dem Bezirkstag, Herrn Hintermayr.

 

Meinen Kollegen Bildungsreferenten der Stadt Augsburg, Hermann Köhler,

 

sowie den Träger des Augsburger Friedenspreises, Herrn Helmut Hartmann und seine Frau Marianne.

 

Begrüßen möchte ich alle Repräsentantinnen und Repräsentanten öffentlicher Einrichtungen, von Unternehmen und der Presse und Ihnen danken, dass sie heute Abend als ein wichtiger Teil der Augsburger Stadtgesellschaft mit dabei sind – ich verzichte auf eine namentliche Nennung. Allerdings möchte ich eine Ausnahme machen, und zwar beim Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse, Rolf Settelmeier. Denn Sie, lieber Herr Settelmeier sind ein treuer Unterstützer und Förderer des Zukunftspreises – aber dazu später mehr.

 

Ich begrüße die Mitglieder der Jury des diesjährigen Zukunftspreises und danke Ihnen für die geleistete Arbeit.

 

Besonders begrüßen möchte ich die Vertreterinnen und Vertreter der 33 Projekte, die sich dieses Jahr um den Zukunftspreis beworben haben, und auch die Vertreterinnen und Vertreter von Zukunftspreisprojekten vergangener Jahre.

 

Herzlich willkommen Ihnen allen, schön dass Sie da sind.

 

Durch die große Zahl von Menschen, die derzeit nach Deutschland kommen oder noch nach Deutschland wollen, befinden wir uns als Stadt Augsburg aktuell in einer ganz besonderen Situation. Wir wollen und müssen mehr noch als sonst Menschen Schutz und Unterstützung bieten die vor Bürgerkrieg, Not und Elend fliehen, und dürfen dabei gleichzeitig die nicht zurückstellen, die hier schon leben. Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Teilhabe, Dialog, Wertevermittlung sind gefragt. Wir werden von globalen Ereignissen herausgefordert wie noch nie.

Und wir müssen Verantwortung übernehmen für die Menschen und für die Zustände auf der Welt und unseren Beitrag dazu leisten, dass alle Menschen – hier und dort – gut leben können.

 

Darum ist eine globale nachhaltige Entwicklung mehr denn je auch im Interesse von uns hier in Augsburg. Heute vor genau drei Wochen haben die Vereinten Nationen in New York noch einmal die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung bekräftigt. Die Weltgemeinschaft hat 17 Sustainable Development Goals – Nachhaltigkeits-Entwicklungs-Ziele – aufgegliedert in 169 Unterziele, angenommen und will sie bis 2030 umsetzen. Diese Verpflichtung trifft auch uns in den Kommunen.

 

Wir in Augsburg nehmen die Herausforderung an. Wir nehmen die Herausforderung ernst, immer stärker global verantwortlich zu denken und lokal entsprechend zu handeln, seit 19 Jahren – damals wurden die Aktivitäten für nachhaltige Entwicklung erstmals in der Lokalen Agenda 21 konzentriert und konkretisiert, die auch heute noch die Grundlage unseres Nachhaltigkeitsprozesses sind.

 

Gerade haben wir ein Jahr lang unsere lokalen Nachhaltigkeits-Entwicklungsziele überarbeitet und neu gefasst. Herausgekommen sind die 20 Zukunftsleitlinien für Augsburg mit 75 Zielen – sie sind vielfältig, anspruchsvoll und motivierend. Sie zeigen, was wir in Augsburg unter nachhaltiger Entwicklung verstehen. Und dass wir unsere zukünftige Entwicklung unter diese Prämisse stellen: wir wollen eine ökologisch, sozial, wirtschaftlich und kulturell gute Zukunft, für uns hier und weltweit, und wir haben uns auf konkrete Orientierungen geeinigt, wie wir dort hingelangen.

 

Was die Zukunftsleitlinien in meinen Augen besonders wertvoll macht, ist der Erarbeitungsprozess – getragen von vielen engagierten Menschen der Augsburger Stadtgesellschaft – sei es aus Bürgerschaft, aus Institutionen, aus der Wirtschaft, aus der Verwaltung und aus der Politik.

 

Der Stadtrat hat die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ am 29. Juli beschlossen. Und er hat in seinem Beschluss auch auf die eben erwähnten globalen Nachhaltigkeitsziele verwiesen. Wir sind also up to date. Die Anerkennung, eine der nachhaltigsten Städte in Deutschland zu sein, spornt uns an.

 

Der Augsburger Zukunftspreis ist ein Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie, und zwar ein besonders schöner, kreativer und – wie ich finde – erfolgreicher.

 

Auf 10 Jahre Zukunftspreis – eingeführt von meinem Vor-Vorgänger Thomas Schaller -  zurückblicken zu können, erfüllt mich deshalb mit Stolz – Stolz darüber, politischer Akteur in einer Stadt zu sein, in der es gesichert 380 Projekte von Initiativen, Einzelpersonen, Vereinen, Institutionen und Unternehmen gegeben hat und gibt, die aktiv und konkret etwas für eine menschen- und umweltgerechte Entwicklung tun. 72 davon wurden mit dem Augsburger Zukunftspreis bedacht!

 

Natürlich gibt es noch viel mehr gute Projekte in Augsburg. Aber der Zukunftspreis bietet eine besondere Bühne, richtet das Interesse auf diejenigen, die sich bewerben.

 

 

Eine Institution verdient an dieser Stelle noch besonderen Dank: ohne die Stadtsparkasse Augsburg, die Zukunftskasse, hätte es den Zukunftspreis ab 2010 auf Grund der finanziellen Nöte der Stadt nicht mehr gegeben. Wenn es diese Bühne also heute noch gibt, dann liegt es auch an unserer Stadtsparkasse und an Personen wie Rolf Settelmeier und Ursula Brandhorst – vielen Dank dafür!

 

Was hat der Zukunftspreis bisher geleistet? Der Rückblick auf die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigt, wie kreativ, wie verschieden, wie gründlich, wie verantwortlich zivilgesellschaftliche und unternehmerische Projekte in Augsburg angelegt sind.

Bei den bisher ausgezeichneten Projekten sind z.B. auch einige dabei, die gerade in der heutigen Situation besonders wertvoll sind –

 

etwa 2007 das Projekt zur Qualifizierung & Existenzgründung für Flüchtlinge im Bereich einfacher Solartechnologie der Zentralen Rückkehrberatung Bayern – es besteht heute noch.

Oder 2008 die Sprach- und Kulturmittler „Kuntermund“ des Diakonischen Werks, die - meist selbst Migrantinnen oder Migranten - andere Migrantinnen und Migranten bei Behördengängen begleiten. Hier hat gerade diese Woche die 3. Runde begonnen. Ein wichtiges Projekt, weil Kulturmittlung wichtig ist gegen dumpfe Parolen.

2011 das Austauschprojekt der Waldorfschule mit einer Schule im Norden Marokkos, bei der immer auch die Frage im Raum steht, wo die marokkanischen Schülerinnen und Schüler ihre Zukunft sehen.

Und 2013 das Kultur- und Flüchtlingsprojekt Grandhotel Cosmopolis sowie im gleichen Jahr das Theaterprojekt „Das Ding“ des Sensemble-Theaters, das Fluchtursachen in den Blick nahm.  

Das Beste: bis auf das Theaterprojekt – Theater wechseln naturgemäß ihre Programme – existieren diese Projekte auch heute und werden es hoffentlich noch viele Jahre tun!

 

Mit dem Zukunftspreis wurden aber auch Projekte ausgezeichnet, die uns bei der Bewältigung der nächsten erforderlichen Aufgaben wie Integration, Mentoring, gesellschaftliche Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Solidarität helfen. Und auch viele Projekte, die Fluchtursachen angehen, beispielsweise durch Ressourceneinsparung und Klimaschutz hier bei uns. Dabei sind diese 72 Preisträgerinnen und Preisträger nur knapp ein Fünftel aller Projekte, es wurde und wird also viel mehr geleistet!

 

Die Arbeit aller Projekte zeigt: Nachhaltigkeit ist keine Aufgabe nur der Politik oder der Verwaltung, nicht eines bestimmten Referats – nein, Sie alle heute Abend hier machen es richtig:

 

Nachhaltigkeit ist eine Aufgabe der Stadtgesellschaft, hier und weltweit, heute und in der nächsten Zeit, von uns und von vielen anderen.

 

10 Jahre Zukunftspreis zeigen: Der Augsburger Zukunftspreis ist ein Lesebuch der Verantwortungsbereitschaft und des Engagements unserer Stadtgesellschaft.

 

Wir wissen also, was wir an unserem Augsburger Zukunftspreis haben. Für mich ist die Verleihung des Zukunftspreises jedes Jahr ein Höhepunkt, und ich habe, in verschiedenen Rollen, noch bei keiner Preisverleihung gefehlt.

 

 

Lassen wir uns nun kurz berichten, wie denn einige der Preisträgerinnen und Preisträger vergangener Jahre die Wirkung des Zukunftspreises einschätzen – bevor wir zu dem kommen, was sicher am spannendsten ist: wer erhält die Augsburger Zukunftspreise 2015?

 

Vielen Dank, dass Sie heute Abend mit dabei sind. Denn:

 

eine nachhaltige Zukunft wird durch die gestaltet, die anfangen und anpacken!

 

Das sind Sie! Dafür danke ich Ihnen, im Namen von Oberbürgermeister Dr. Gribl, aber auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt! 

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